Bettina Hornhues kritisiert Vorrang für den Bremer Osten und fordert eine Alternative zur störungsanfälligen Regio-S-Bahn
Der Senat hat neue Metrobuslinien und dichtere Takte ab 2027 angekündigt. Eine schnelle Busverbindung zwischen Bremen-Nord und der Innenstadt fehlt in dieser Offensive jedoch.
Bettina Hornhues, CDU-Bürgerschaftsabgeordnete und Kreisvorsitzende der CDU Bremen-Nord, kritisiert, dass nach den vollmundigen Ankündigungen des Senats jetzt nur in einem einzigen Stadtteil etwas gemacht wird und fordert, dass auch eine solche Verbindung für den Bremer Norden nicht nur anzukündigen, sondern auch umzusetzen ist.
„Ich bin enttäuscht, dass es anstatt eines besseren Angebotes für die über 100.000 Menschen in Burglesum, Vegesack und Blumenthal keine Alternative gibt und man für eine schnelle Fahrt in die Innenstadt oder zur Universität ausschließlich von der Zuverlässigkeit der Regio-S-Bahn abhängig bleibt. Eine direkte Schnellbusverbindung wäre eine wichtige Ergänzung und gerade bei Zugausfällen eine dringend benötigte Alternative“, erklärt Hornhues.
Auch bei der Verbesserung für die Nutzer der Regio-S-Bahn ist keine Verbesserung in Sicht. Wie der Weser-Kurier am 29. September berichtete, ist ein 15-Minuten-Takt der RS1 bis Blumenthal zwar grundsätzlich möglich. Für einen verlässlichen Dauerbetrieb fehlen jedoch wesentliche Voraussetzungen. Dazu zählen eine höhere Pünktlichkeit, ein angepasstes Fahrplankonzept, eine dritte Bahnsteigkante in Vegesack und zusätzliche Fahrzeuge. Das Mobilitätsressort nennt einen Planungshorizont bis Mitte der 2030er-Jahre und den nächsten Verkehrsvertrag ab 2036. Einen verbindlichen Starttermin gibt es nicht.
„Während für andere Stadtteile konkrete Verbesserungen ab 2027 angekündigt werden, wird Bremen-Nord auf einen Planungshorizont in den 2030er-Jahren verwiesen. So lange können wir die Menschen nicht vertrösten. Eine schnelle Busverbindung zur Innenstadt könnte bereits vor einer Taktverdichtung Entlastung schaffen und dauerhaft die Abhängigkeit von der Schiene verringern“, so Hornhues.
Besonders deutlich werde der Handlungsbedarf bei kurzfristigen Ausfällen einzelner Züge der NordWestBahn. Anders als bei geplanten Streckensperrungen, etwa durch Bauarbeiten, stehe dann nach Hornhues’ Erfahrung in der Regel kein Schienenersatzverkehr bereit.
„Wenn ein Zug kurzfristig ausfällt, stehen die Menschen am Bahnhof und müssen selbst sehen, wie sie weiterkommen. Wer pünktlich zur Arbeit oder zur Ausbildung kommen oder sein Kind rechtzeitig abholen muss, braucht eine verlässliche Alternative. Unter diesen Bedingungen sehen viele weiterhin nur das Auto als praktikable Möglichkeit.“
Hornhues fordert den Senat auf, gemeinsam mit der BSAG ein konkretes Konzept für eine direkte Schnellbusverbindung zwischen Bremen-Nord und der Innenstadt vorzulegen. Entscheidend seien kurze Reisezeiten, wenige Umstiege und ein verlässlicher Takt. Zugleich müsse die Zuverlässigkeit der RS1 verbessert und die Taktverdichtung bis Blumenthal vorangebracht werden.
„Neue Metrobuslinien zeigen, dass der Senat das Busangebot gezielt ausbauen kann. Diesen Gestaltungswillen erwarte ich auch für Bremen-Nord. Eine schnelle Verbindung in die Innenstadt und zur Universität wäre eine konkrete Antwort auf die Probleme der Menschen, die heute auf die RS1 angewiesen sind.“